Polizeinotruf in dringenden Fällen: 110

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"Vereint für Demokratie einsetzen"

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"Vereint für Demokratie einsetzen"
Eindringlich führt eine Wanderausstellung über "Justiz und Nationalsozialismus" im Dortmunder Amtsgericht und bei der Staatsanwaltschaft vor Augen, wie Nationalsozialisten mit tatkräftiger Unterstützung von Juristen ab 1933 die Demokratie abschafften und eine mörderische Diktatur aufbauten. Führungskräfte der Polizei Dortmund haben diese Ausstellung besucht. Zu sehen ist diese Ausstellung über das Zusammenwirken von Justiz und NS-Ideologie im Dritten Reich noch bis zum 27. September 2019 im Amtsgericht.

Schauplatz politisch-ideologischer Gräueltaten waren auch Dortmunder Justizgebäude. So ließen Staatsanwälte und Richter im Gefängnis "Lübecker Hof" zahlreiche französische Widerstandskämpfer hinrichten. Seit vielen Jahren erinnert an einer Gefängnismauer in der Lübecker Straße eine Gedenktafel an das Schicksal der Opfer der Gewaltherrschaft.

Die Leitungskonferenz der Dortmunder Polizei besuchte diese Ausstellung am Montag (16.9.2019). Der Leitende Oberstaatsanwalt Volker Schmerfeld-Tophof von der Staatsanwaltschaft Dortmund und der Vizepräsident des Amtsgerichts, Michael Kretschmer, begrüßten die Gäste aus dem Polizeipräsidium.

Oberstaatsanwalt Andreas Brendel von der Zentralstelle für die Bearbeitung nationalsozialistischer Massenverbrechen führte ihnen am Beispiel eines Massakers im Juni 1944 vor Augen, wie die Nationalsozialisten mit mörderischer Präzision Unrecht ausübten und das französische Dorf Oradur-sur-Glane auslöschten. Es gab nur wenige Überlebende. Der Vortrag des Oberstaatsanwaltes löste tiefe Betroffenheit aus.

Teilnehmer des Besuchs war auch Polizeipräsident Gregor Lange: "Dieser Blick in die Vergangenheit verdeutlichte erneut, dass Demokratie und Rechtstaatlichkeit nicht selbstverständlich sind. Bürger, Behörden, Politiker und Vereine müssen sich täglich vereint für die Demokratie einsetzen und sich gegen menschenverachtende Ideologien einsetzen. Die jüngste Kunstaktion gegen Neonazis in der Emscherstraße in Dorstfeld hat gezeigt, dass Dortmund den Worten auch Taten folgen lassen kann. Wir sind seit langem gemeinsam auf dem richtigen Weg."

Seit 2015 ermittelt bei der Dortmunder Polizei die "Sonderkommission Rechts" gegen politisch motivierte Straftäter. Diese Rechtsextremisten treten offen gegen die Demokratie ein. Führende Köpfe sind dank intensiver Ermittlungen in rechtsstaatlich geführten Verfahren angeklagt und vor Gericht zu teils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

Der Polizeipräsident sprach der Staatsanwaltschaft und dem Amtsgericht eine Einladung in die Ausstellung "110" aus. Darin beschreibt das Kapitel "Ordnung und Vernichtung - Polizei in der NS-Zeit" die Zusammenarbeit von Polizei und Nationalsozialisten während des Dritten Reichs. Dortmunder Polizisten erfüllten zwischen 1933 und 1945 nicht nur Befehle. Sie wirkten aktiv am NS-System mit. Zu sehen ist dieser Teil der Ausstellung auch während der Dortmunder Museumsnacht am Samstag (21.9.2019) von 16 bis 24 Uhr.

Die "110"-Ausstellung ist täglich außer mittwochs von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Gruppenführungen (ab 15 Personen) sind kostenlos. Anmeldungen unter 0231/132 1034 oder per E-Mail:polizeiausstellung.dortmund@polizei.nrw.de