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Sicherheitsprogramm des Polizeipräsidiums Dortmund

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Sicherheitsprogramm des Polizeipräsidiums Dortmund
Im Sicherheitsprogramm legt das Polizeipräsidium Dortmund seine langfristige, strategische Ausrichtung fest und identifiziert nach Auswertung der Sicherheitslage erforderliche behördenstrategische Ziele.

Die Kreispolizeibehörden erstellen seit dem Jahr 2006 sogenannte „Sicherheitsprogramme“. Diese enthalten die bewusste strategische Schwerpunktsetzung der jeweiligen Kreispolizeibehörde für eine individuell festgelegte Dauer (meist zwischen drei und fünf Jahren). Die jeweiligen Schwerpunkte der Kreispolizeibehörde werden durch eine Analyse der örtlichen Sicherheitslage identifiziert. Jährlich erfolgt eine Überprüfung dieser Schwerpunktsetzung in Bezug auf eingetretene Veränderungen sowie zur Bilanzierung der getroffenen Maßnahmen und deren Wirkungen. Dadurch können gegebenenfalls erforderliche Anpassungen flexibel vorgenommen werden.

Das Polizeipräsidium Dortmund verfolgt seit 2013 folgende behörden-/ bzw. fachstrategischen Schwerpunktthemen:

- Politisch Motivierte Kriminalität Rechts (bis 09/2017)
- Bekämpfung des Wohnungseinbruchs
- Sicher leben in der Nordstadt


Auf Grund der aktuellen weltweiten Situation und einer anhaltend sich verschärfenden Bedrohungslage wurde der Schwerpunkt „Politisch Motivierte Kriminalität Rechts“ auf

- Politischer Extremismus/ Terrorismus (seit 10/2017)

erweitert.
 

Politischer Extremismus/Terrorismus

Das bisherige behördenstrategische Ziel „Politisch Motivierte Kriminalität –Rechts“ wurde vor dem Hintergrund der Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus und den Wechselwirkungen beider Phänomenbereiche ergänzt und wird seit Oktober 2017 in einem übergeordneten Gesamtkontext „Politischer Extremismus/Terrorismus“ behandelt.

Die aktuelle Terrorgefahr, insbesondere die Bedrohung durch gewaltbereite Islamisten und die damit einhergehende, hohe abstrakte Gefährdungslage stellt sich als Dauerbelastung für alle Sicherheitsbehörden dar und bindet auch in unserer Behörde erhebliche Ressourcen. Auch wenn der Zuständigkeitsbereich des PP Dortmund bisher nicht im Fokus extremistisch religiöser Gruppen stand, ist die Früherkennung ein wesentlicher Aspekt zur Verhinderung von Anschlägen.

Bei der Bekämpfung der politisch motivierten Kriminalität Rechts kommt dem PP Dortmund eine besondere Rolle zu. Hier hat sich in den letzten Jahren eine starke rechte Szene etabliert. Durch unser gemeinsames konzeptionelles Vorgehen gegen diese Szene, konnten wir in den letzten Jahren bereits deutliche Erfolge erzielen. Dennoch müssen wir hier weiterhin aufmerksam und präsent bleiben, um die Szene weiter zurück drängen zu können und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken.

Weitere Schwerpunkte der Behörde stellen die Nordstadt und die Bekämpfung des Wohnungseinbruchsdiebstahls dar.

Sicher leben in der Nordstadt

Die „Dortmunder Nordstadt“ gehört flächenmäßig mit gut 14000 m² zu den kleineren Dortmunder Stadtbezirken, ist aber mit einer Bevölkerungszahl von ca. 60.000 Einwohnerinnen und Einwohnern der bevölkerungsmäßig zweitgrößte Stadtbezirk Dortmunds. Ein überdurchschnittlich niedriger Altersdurchschnitt der Anwohner und ein hoher Anteil an Zuwanderern prägen das Bild auf den Straßen in der Dortmunder Nordstadt. Die örtlichen Strukturen bieten einen idealen Rückzugsort für gesellschaftliche Randgruppen, wie Alkoholkranke und Drogenkonsumenten. Die Probleme von Arbeitslosigkeit, Drogenabhängigkeit, öffentlichem Alkoholkonsum und nicht zuletzt dem Aufeinandertreffen der unterschiedlichsten Migrationsgruppen haben Auswirkungen auf die Kriminalitätsbelastung.

Durch die in der jüngeren Vergangenheit vorliegende Zuwanderung von Menschen aus Osteuropa, aber auch aus den Ländern Nordafrikas, hier insbesondere der 14 - 30 Jahre alten männlichen Zuwanderer, haben sich weitere Lebenskulturen in der Nordstadt gebildet.

Durch gezielte Präsenzmaßnahmen soll das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung gestärkt und gleichzeitig das Entdeckungsrisiko potentieller Straftäter gesteigert werden.

Regelmäßige Schwerpunkteinsätze des gezielt eingerichteten Schwerpunktdienstes Nord, auch mit Unterstützung von Bereitschaftspolizeieinheiten, konzentrieren sich vorrangig auf öffentlich wahrnehmbare Kriminalitätsformen, insbesondere Betäubungsmittel-, Raub- und Beschaffungsdelikte.

Nur durch kontinuierlichen Kontrolldruck kann der positive Trend der Kriminalitätsfallzahlen auch in Zukunft beibehalten werden.
 

Wohnungseinbruch

Die Bekämpfung des Wohnungseinbruchs stellt mit der Kampagne „Riegel vor“ nicht nur ein Landesthema dar, sondern ist auch lokal von großer Bedeutung. Wohnungseinbrüche beeinträchtigen das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung in hohem Maße wie kaum ein anderes Delikt. Die Täter verletzen durch das Eindringen in den geschützten Lebensraum die Privatsphäre der Geschädigten erheblich. Selbst bei zum Teil nur geringen materiellen Schäden verstärken Wohnungseinbrüche die Kriminalitätsfurcht und Sicherheitsängste oft noch lange nach der Tat und wirken sich negativ auf die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger aus.

Für den Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Dortmund konnten wir im letzten Jahr die erfreuliche Entwicklung des Vorjahres weiter verstärken: Die Fallzahlen sanken im Jahr 2017 um 991 Taten (Fallzahlen 2016: 3206).

Die Aufklärungsquote konnte vom Jahr 2015 mit 10,9 % über 12,48 % im Jahr 2016  auf 16,4% in 2017 gesteigert werden. Die Polizei leistet hier wichtige Beiträge für mehr Sicherheit, u. a. durch die Einrichtung spezialisierter Ermittlungskommissionen, brennpunktbezogene Polizeipräsenz, intensivierte Spurensicherung und Sensibilisierung der Bevölkerung.