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Polizeiliche Kriminalstatistik 2021 in Lünen

Zitattafel mit Bild von PP Lange
Polizeiliche Kriminalstatistik 2021 in Lünen
Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,
bezogen auf die Entwicklung der Kriminalität in unserer Stadt haben wir heute schlechte Nachrichten. Schlechte Nachrichten für Rechtspopulisten und für Demokratiefeinde, die sich mit der Angst der Menschen vor Kriminalität einen Vorteil verschaffen und dem demokratischen Rechtsstaat das Vertrauen entziehen wollen.
PP Do

Es sind schlechte Nachrichten für rechtsextreme und rechtspopulistische Parteien, die mit Angstkampagnen ein angebliches Versagen der staatlichen Institutionen behaupten, um damit rechts von der demokratischen Mitte auf Stimmenfang zu gehen. Für diese Menschen haben wir wirklich schlechte Nachrichten! Gute Nachrichten hingegen haben wir für Alle, die der Demokratie und dem Rechtsstaat vertrauen!

Wir stellen Ihnen heute die Kriminalitätsentwicklung des vergangenen Jahres (2021) vor und ziehen auch Vergleiche zu den Vorjahren. Und die aktuelle Polizeiliche Kriminalitätsstatistik lässt nicht viel Raum für eben diese Rechtspopulisten und Demokratiefeinde!

Anhand der vorliegenden Daten steht fest:
Im öffentlichen Raum und in den eigenen vier Wänden sind die Lünerinnen und Lüner so sicher, wie seit vielen Jahren nicht mehr! Die Straßen- und Gewaltkriminalität, Raubdelikte, Wohnungseinbrüche und Taschendiebstähle sind auch im Jahr 2021 zum Teil sehr deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig ist die Aufklärungsquote der Polizei für Lünen mit über 50 % schon seit mehreren Jahren auf einem im Landesvergleich sehr hohen Niveau.
Bezogen auf die Gesamtkriminalität in Dortmund und Lünen zusammen gab es zuletzt im Jahr 1985 noch niedrigere Zahlen. Das bedeutet:
Lünen und Dortmund sind zusammen so sicher, wie seit 36 Jahren nicht mehr! 

Vergleichen Sie diese wirklich erfreuliche Entwicklung einmal mit häufig wiederholten Nachrichten in den sozialen Medien, in den vorgegaukelt wird, alles würde immer schlimmer und man könne sich nicht vor die Haustür trauen. Das Gegenteil ist der Fall und ich freue mich, Ihnen diese Bilanz einer harten Arbeit des Polizeipräsidiums Dortmund heute präsentieren zu dürfen. Lassen Sie mich an dieser Stelle auf die Deliktsbereiche schauen, die Ihr Sicherheitsgefühl in besonderem Maße betreffen. Denn genau bei diesen haben wir in der Vergangenheit unsere Schwerpunkte gesetzt:

- Gesamtkriminalität: sie fällt im Vergleich zum Vorjahr erneut, dieses Mal um gut 10 % deutlich unter die symbolisch wichtige Marke von 5.000 auf 4.745 Straftaten. Ein fast schon historisch niedriger Wert und im Vergleich zum Jahr 2013, als wir mit 7.700 Straftaten den Höchststand der jüngsten Vergangenheit zu verzeichnen hatten, ein deutlicher und stetiger Rückgang.

- Gewaltkriminalität: Um gut 8 % sanken die Zahlen dieses Deliktsbereichs. Auch hier hatten wir im Jahr 2016 mit 282 Fällen den Höchststand der jüngsten Vergangenheit, in 2020 registrierten wir noch 223 Taten der Gewaltkriminalität, im letzten Jahr hingegen waren es 205 - ebenfalls ein deutlicher Rückgang!

- Straßenkriminalität: Im Vergleich zum Vorjahr fällt diese um gut 7 % auf 1.200 angezeigte Taten, im Vergleich zu ihrem Höchststand im Jahr 2012 mit 2.235 Fällen hat sich die Fallzahl nahezu halbiert.

- Besonders belastend für Ihr Sicherheitsgefühl ist darüber hinaus der Straßenraub: Hier haben wir bemerkenswerterweise einen Rückgang zum Vorjahr um knapp 53 %, d.h. von 19 auf 9 Fälle, verzeichnet. An dieser Stelle reden wir über insgesamt eher kleinere Zahlen. Jedoch sind die prozentualen Rückgänge erheblich und erfreulich, insbesondere wenn man den Rückgang zum jüngsten Höchststand aus dem Jahr 2012 mit 42 Straßenraubüberfällen betrachtet.

- Und ich erwähnte bereits, dass Sie alle auch in Ihren eigenen vier Wänden so sicher wie seit langem nicht mehr sind. Hier die dazu passenden Zahlen: 68 Wohnungseinbrüche wurden im letzten Jahr angezeigt. Im Jahr 2014 waren es 423. Der Rückgang beträgt rund 84 %, der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr immerhin knapp über 16 % und wenn Sie bedenken, dass nahezu nur jeder zweite Einbruch vollendet wird, so sehen Sie, wie sicher Sie als Lünerinnen und Lüner in Ihren Wohnungen leben können.

- Ähnlich sieht es beim Taschendiebstahl aus: Im Jahr 2015 wurden noch 187 Taschendiebstähle in Lünen angezeigt. Im Jahr 2021 waren es noch 78, ein Rückgang um knapp 58 %, im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um über 10 %.

Ob wir mit diesen Zahlen und Entwicklungen Rechtspopulisten und -extremisten überzeugen? Vermutlich nicht.

Mir ist es wichtig, diejenigen zu überzeugen, die der Fachexpertise ihrer Polizei vertrauen. Diejenigen, die registrieren, dass unsere Beamtinnen und Beamten tagtäglich für Ihre Sicherheit auf der Straße sind und zeigen, dass dieser Rechtsstaat funktioniert. Lassen Sie mich an dieser Stelle erwähnen, in welcher Form Einsatzkräfte der Polizei gemeinsam an dieser Entwicklung gearbeitet haben: Unsere zivilen Einsatztrupps haben wir bereits vor Jahren personell deutlich gestärkt, die Kolleginnen und Kollegen sind abends und nachts im Dienst, immer dann, wenn auch potenzielle Straftäter unterwegs
sein könnten. Gemeinsam mit Sicherheitspartnern wie der Stadt Lünen, dem Kreis Unna und dem Zoll führen wir unvermindert Schwerpunkt- und Kontrollmaßnahmen durch. Wir sehen als deutliches Signal auch die strategische Fahndung, mit der wir seit der Änderung des Polizeigesetzes im Jahr 2019 über 56.000 PKW an mehr als 40.000 Örtlichkeiten in Dortmund und Lünen sowie über 80.000 Personen kontrolliert haben. 3564 Strafverfahren
haben sich alleine aus diesen Kontrollen der strategischen Fahndung ergeben.

Wir setzen nicht nur klare und unmissverständliche Signale auf der Straße, auch die Ermittlungsarbeit haben wir in den letzten Jahren erheblich gestärkt. Einbrüche wurden in einem Kommissariat mit geballtem Fachwissen zentralisiert und der Tatortdienst zur Sicherung und Auswertung von Spuren spezialisiert. Dazu kommt eine sehr enge Zusammenarbeit mit spezialisierten Staatsanwälten, die es Straftätern nicht einfacher macht. Wann immer eine Problemstellung auftritt, arbeiten Justiz, Stadt und Ermittler der Polizei sehr eng zusammen. Bewährt hat sich auch die Sicherheitskonferenz unter Beteiligung von Vertretern des Ordnungsamtes, der Schulen, des AG Lünen, des Zolls und der Polizei.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Polizeipräsidiums Dortmund haben in ihren zum Teil völlig unterschiedlichen Tätigkeiten sehr viel für Ihre Sicherheit in Lünen investiert. Und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen!

Einen letzten Punkt möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht unerwähnt lassen: Das Polizeipräsidium Dortmund setzt seit jüngster Vergangenheit zwei weitere Schwerpunkte zum Schutz von Menschen, die in besondere Weise unsere Unterstützung brauchen: Zum einen geht es um unsere Kinder und das fürchterliche Thema der Kinderpornografie und Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Es versteht sich von selbst, dass wir derartige Geschehnisse nicht hinnehmen. Das Polizeipräsidium Dortmund hat die Ermittlungsarbeit zum Schutz von Kindern deutlich erhöht und Personal für diesen Bereich zusammen gezogen.

Das Ergebnis: Das Dunkelfeld wurde weiter aufgehellt. Im Jahr 2021 ermittelten Kriminalbeamtinnen und Kriminalbeamte in 135 Fällen, wenn es um
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ging. Speziell Straftaten in Zusammenhang mit kinderpornografischen Schriften in den Blick genommen, führte das Polizeipräsidium für Lünen 47 Strafverfahren. Die zweite betroffene Gruppe, die wir für schützenswert erachten, sind Seniorinnen und
Senioren, die immer wieder von Trickbetrügern angegangen werden. Trickbetrüger, die ältere Menschen nicht selten um das komplette Ersparte bringen. Es werden Notfälle in der Familie vorgetäuscht und die Opfer massiv unter Druck gesetzt. Falsche Polizisten, falsche Wasserwerker, die Methoden sind variabel. Die Polizei setzt Aufklärung, Öffentlichkeitsarbeit, digitale Präventionsveranstaltungen für Betroffene dagegen, es wird aber auch weiterhin der Unterstützung der Angehörigen bedürfen, um unsere älteren Menschen vor diesen Tätergruppen zu schützen. Zu hoch ist für diese der finanzielle Anreiz.
Lassen Sie mich zum Abschluss eines noch einmal bestärken: Lünen ist wieder ein Stück sicherer und damit ein Stück lebenswerter geworden.

Wir werden die Kriminalität weiterhin sehr ernst nehmen und werden mit unserem Engagement weiterhin daran arbeiten, dass Lünen eine sichere Stadt bleibt. Dafür steht das Polizeipräsidium!


Bitte bleiben Sie gesund.
Ihr Polizeipräsident Gregor Lange

In dringenden Fällen: Polizeinotruf 110