Kampf gegen Raserszene
Neues strategisches Ziel der Polizei Dortmund
Seit mehreren Monaten intensiviert die Dortmunder Polizei ihr Vorgehen gegen die Raser-, Poser- und illegale Tuningszene. Polizeipräsident Gregor Lange hat sich entschlossen, den Kampf gegen diese Szene in Dortmund zu einem neuen strategischen Arbeitsschwerpunkt zu erklären.
Polizei Dortmund

Neben den illegalen KFZ-Rennen und Verkehrsgefährdungen sind es auch die Begleiterscheinungen der Szene - wiederkehrende Lärmbelästigungen zur Nachtzeit und die Vermüllung der Parkflächen - die der Polizei Sorge bereiten. An den vergangenen Wochenenden stellte die Polizei in der Spitze bis zu 700 Fahrzeuge fest, die sich vorwiegend in der Dortmunder Innenstadt, mit Schwerpunkt Wallring, aufhielten. Zahlreiche Bürgerbeschwerden waren die Folge.

Polizeipräsident Gregor Lange nimmt die Verkehrsgefährdungen, aber auch die Situation der Innenstadt-Anwohner sehr ernst: "Die anhaltenden Beeinträchtigungen der nächtlichen Ruhe sind mittlerweile zu einem unzumutbaren Zustand für die Anwohnerinnen und Anwohner geworden. Sie haben ein Ausmaß erreicht, dass aufrüttelt. Trotz unserer intensiven Bemühungen beim Vorgehen gegen diese Szene haben wir noch nicht die Ergebnisse erzielt, die wir erreichen wollen und müssen. Wir als Polizei werden - gemeinsam mit der Stadt - einen langen Atem haben und sind entschlossen, diesen Zustand zu ändern!"

Gregor Lange hat sich bereits vor Wochen mit seinen Führungskräften beraten und sich entschlossen, den Kampf gegen diese Szene in Dortmund zu einem neuen strategischen Arbeitsschwerpunkt für das Dortmunder Polizeipräsidium zu erklären.

Der Polizeipräsident fügt hinzu: "Gegen die Raserszene gehen wir hier in Dortmund seit Jahren entschlossen vor. Der Lock-Down und die dadurch bedingt fehlenden Freizeitmöglichkeiten haben das Problem in jüngster Zeit deutlich verschärft. Ich habe als erste Polizeibehörde des Landes das konsequente Vorgehen gegen Raser-, Poser und die illegale Tuningszene zum behördenstrategischen Schwerpunkt erklärt. Mit dieser strategischen Schwerpunktsetzung gehen wir noch einmal mit einer verstärkten Bündelung aller unserer Ressourcen gegen diese Szene vor. Mit dieser strategischen Ausrichtung manifestieren wir gleichzeitig die Absicht, diesen Schwerpunkt auch sehr langfristig anzugehen. Dazu bin ich sehr froh, mit der Stadt Dortmund einen starken Partner an unserer Seite zu haben."

In Bezug auf die Diskussion rund um die Auswirkungen des Lock-Downs ergänzt Gregor Lange: "Es kann doch nicht sein, dass gerade auf dem Höhepunkt der Pandemie einige Wenige ohne jegliche Hemmungen den öffentlichen Raum zur Eventmeile umfunktionieren und nur an das eigene Vergnügen denken. Andere kämpfen in Krankenhäusern um Menschenleben, die Allermeisten halten sich an die Regeln und sehnen gleichermaßen das Ende der Pandemie herbei. Mein Appell an die Szene ist es, sich an der gesellschaftlich notwendigen Solidarität zu beteiligen und sich die Gefahren einer Pandemie bewusst zu machen!"

Mit einem Flyer sollen die Anwohnerinnen und Anwohner am Freitag (15. Januar) im Bereich des Ostwalls und der dort angrenzenden Straßen über die weiteren polizeilichen Maßnahmen informiert werden.

Zu diesen Maßnahmen gehören zum Beispiel Sperrmaßnahmen und Verkehrsableitungen sowie verschiedene Kontrollstellen. Ziel der Polizei ist es damit, nicht nur Verstöße zu ahnden und Fahrzeuge zu kontrollieren, sondern die innerstädtische Strecke auch für die Szene so unattraktiv wie möglich zu machen.

In dringenden Fällen: Polizeinotruf 110