Polizeinotruf in dringenden Fällen: 110

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"Alles wird immer schlimmer!"

Themenbild Herr Lange
"Alles wird immer schlimmer!"
Mit einer Halbjahresbilanz für 2019 setzt das Polizeipräsidium Dortmund Fakten gegen eine öffentliche Debatte, die derzeit unter dem Tenor "Alles wird immer schlimmer..." läuft.

Am Freitag (2.8.2019) hatte die Dortmunder Polizei bezogen auf die Kriminalitätsentwicklung auf ihrem Facebook-Account diese Frage gestellt: "Wird wirklich alles immer schlimmer? - Tatsächlich sprechen die Statistiken eine eindeutige und viel positivere Sprache. Die Nutzer diskutierten fleißig mit. Ein beachtlicher Anteil der Kommentatoren blieb bei dieser Meinung: "Alles wird immer schlimmer!"
Dabei ist die Zahl der Straftaten in Dortmund und Lünen auch in der ersten Jahreshälfte 2019 weiter signifikant gesunken. Fakt ist: Damit setzt sich ein seit vielen Jahren anhaltender Trend fort, der für das persönliche Sicherheitsgefühl aller Bürgerinnen und Bürger relevant ist.

Die Halbjahresbilanz zur Gesamtanzahl der Straftaten ist eindeutig, die Zahlen entwickeln sich positiv: Wurden in der ersten Jahreshälfte 2016 noch mehr als 43.000 Straftaten angezeigt, so liegt diese Anzahl im Zeitraum Januar bis Juni 2019 bei über 32.000 Delikten. Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange erklärt dazu: "Dortmund und Lünen sind in den letzten Jahren spürbar sicherer geworden. Die Gefahr, Opfer einer Straftat zu werden, ist deutlich gesunken. Ich warne deshalb davor, denjenigen auf den Leim zu gehen, die aus politischem Kalkül mit gezielter Desinformation Angst schüren, um daraus Kapital zu schlagen und die Deutungshoheit für sich in Anspruch zu nehmen."

Im Kampf gegen kriminelle Strukturen und Banden setzt die Dortmunder Polizei seit Jahren auf Schwerpunkt- und Präsenzeinsätze. Besonders effektiv arbeiten die Ermittlungskommissionen der Kriminalpolizei. Alles zusammen erhöht den Druck auf Straftäter deutlich. Auch die enge Verzahnung mit der Justiz ist ein deutliches Zeichen gegen kriminelle Strukturen und Banden.

Die aktuelle Entwicklung im Halbjahresvergleich zeigt, dass die intensive Arbeit der Polizei und ihrer Sicherheits- und Projektpartner zu einer deutlichen Verbesserung der Sicherheitslage geführt hat (die Zahlen gelten jeweils für den Zeitraum Januar bis Juni).

Gesamtkriminalität:

2016: 43.587
2017: 37.508
2018: 37.007
2019: 32.464

Gewaltkriminalität

2016: 1711
2017: 1521
2018: 1456
2019: 1278

Straßenkriminalität:

2016: 11.114
2017: 8561
2018: 8285
2019: 6742

Wohnungseinbruchsdiebstahl:

2016: 2074
2017: 1336
2018: 1053
2019: 818

Raub auf öffentlichen Wegen und Plätzen:

2016: 250
2017: 213
2018: 175
2019: 152

Taschendiebstahl:

2016: 3378
2017: 2220
2018: 2078
2019: 1374

Zu der positiven Entwicklung dieser Zahlen trägt auch die Dortmunder Nordstadt bei. Die Zahl aller Straftaten im Bereich der Polizeiwache Nord ist im Vergleich aller Straftaten von der ersten Jahreshälfte 2016 auf 2019 um 25 Prozent gesunken (5178 auf 4409). Bei den Raubüberfällen ist ein Rückgang von 39 Prozent zu verzeichnen.

Die Aufklärungsquote für Dortmund und Lünen lag im Juni 2019 bei 58 Prozent - das ist der höchste Wert seit Jahrzehnten und ein Ausweis guter Arbeit. Die Aufklärungsquote der Polizeiwache Nord liegt in der ersten Jahreshälfte 2019 bei 65 Prozent.

Auf öffentliche Debatten nehmen diese Rückläufe offenbar keinen weitreichenden Einfluss. Polizeipräsident Gregor Lange: "Immer wieder ist in Internet-Kommentaren zu lesen, dass in früheren Jahren alles besser gewesen sei. Mit Blick auf die Straftaten können wir jedoch sagen, dass die Zahlen in den vergangenen Jahren schlechter waren als heute. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass die Bürgerinnen und Bürger dem Rechtsstaat vertrauen können. Er funktioniert, er setzt Grenzen und verdient Vertrauen. Misstrauen sollten jedoch diejenigen erfahren, die ausschließlich auf den Faktor Angst setzen." Ein Blick zurück in das Jahr 2014 lässt nicht den Schluss zu, dass "alles schlimmer" wird: Die Fallzahl ist seitdem in Dortmund und Lünen insgesamt von 93.855 auf 71.818 im Jahr 2018 gesunken.

Gleichwohl gibt es auch steigende Fallzahlen. Bei den Sexualstraftaten sind die Zahlen von der ersten Jahreshälfte 2016 an mit 254 auf 409 Fälle (Januar bis Juni 2019) gestiegen, was auch an einer Änderung im Strafgesetzbuch liegt. Dazu kommen gesellschaftliche Debatten (#metoo) und aktuelle Initiativen wie die "Nein heißt Nein"-Kampagne der Dortmunder Frauenberatungsstelle. Sie ermutigen Opfer von Sexualstraftaten oder sexualisierter Gewalt, die Täter anzuzeigen.

Von der grundsätzlichen erfreulichen Entwicklung gibt es eine nicht akzeptable Ausnahme. Polizeipräsident Gregor Lange: "Ausgerechnet diejenigen, die mit ihrem Einsatz und Können in den letzten Jahren nicht unerheblich zu mehr Sicherheit in Dortmund und Lünen beigetragen haben, werden häufig mit Respektlosigkeiten, Beleidigungen und sogar tätlichen Angriffen attackiert. Dagegen gehen wir in Dortmund mit einem ganzen Bündel an Maßnahmen vor."

Die Polizei hat das Thema zum zentralen Führungsthema gemacht. Ein eigens eingesetzter Polizeibeauftragter kümmert sich im Auftrag des Polizeipräsidenten um die Belange der Polizeivollzugsbeamten. Ein Qualitätszirkel analysiert regelmäßig die Einsatzsituationen. Eine Kooperation von Polizei und Staatsanwaltschaft sorgt mit speziellen Ermittlern für entsprechenden Strafverfolgungsdruck.

Der Leitende Kriminaldirektor Walter Kemper blickt voraus: "Unsere wichtigsten Partner sind die Bürgerinnen und Bürger. Von ihnen erhalten wir die allermeisten Hinweise auf eine Straftat und auf die Täter. Ohne sie könnten wir nicht so erfolgreich arbeiten. Hunderttausende Augen sind durch nichts zu ersetzen. Niemand sollte sich scheuen, im Notfall die 110 zu wählen. Im täglichen Einsatz gegen Kriminelle weichen wir an der Seite der Bürger nicht einen Schritt zurück."