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Dortmunder Polizei richtet Sonderkommission gegen Kinderpornografie ein

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Dortmunder Polizei richtet Sonderkommission gegen Kinderpornografie ein
Als Reaktion auf den starken Anstieg beim Erwerb, dem Besitz und der Verbreitung von Dateien mit kinder- und jugendpornografischen Inhalten in den vergangenen Jahren setzt das Polizeipräsidium Dortmund zum 1. Juni 2022 eine neue Sonderkommission ein.
PLZ
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Polizei Dortmund
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Polizeipräsident Gregor Lange: „Wir haben die personellen und technischen Ressourcen in unserem KK 12 in den vergangenen Monaten und Jahren bereits auf das Vierfache erhöht, um diese abscheulichen Straftaten wirksam zu bekämpfen. Straftäterinnen und Straftäter müssen wissen: Ihre vermeintliche Anonymität im Internet schützt nicht vor unserem Zugriff. Wir zerren sie aus dieser Anonymität in das Licht der Strafverfolgung.“

Ermittlungskommissionen bündeln die Arbeit und ermitteln besonders effektiv. Das konnte die Dortmunder Kriminalpolizei bereits bei zahlreichen anderen umfangreichen Verfahren mit teilweise internationalen Verflechtungen unter Beweis stellen. Die „Soko Kipo“ knüpft an diese Erfolge an, denn die Täter sind international vernetzt – und die Strafverfolgungsbehörden sind es auch.

Eigene Ermittlungen und Hinweise

Denn das für die Verfolgung von Sexualstraftaten zuständige Kriminalkommissariat 12 identifiziert die Tatverdächtigen nicht allein bei eigenen Ermittlungen, sondern erhält Hinweise auch aus dem Ausland. Diese kommen nach ersten Auswertungen über das Bundeskriminalamt und das Landeskriminalamt in Dortmund an.

„In Netzwerken, in Chats, in E-Mail-Verläufen und in Datenspeichern entdecken wir nicht nur Fotos und Filme, die Straftaten zeigen. Wir spüren auch die Versender und Empfänger auf. Das führt zu immer mehr Ermittlungen mit immer mehr Durchsuchungen und, so die Prognose, mit immer mehr Daten“, sagt der Leiter des KK 12, Thomas Meyer. Aktuell sichtet das KK 12 verdächtige Daten mit einem Speichervolumen von mehreren hundert Terabyte.

"Wir schützen die Opfer vor weiteren Taten"

Die Beschlagnahmung der Daten schützt die Opfer bestenfalls vor weiteren Straftaten. Dazu Polizeipräsident Gregor Lange: „Für die Opfer muss es unerträglich sein, dass aufgezeichnete Straftaten immer wieder angesehen werden und der Missbrauch damit keine Ende nimmt. Wir ziehen die Täter aus dem virtuellen Raum in die Realität und schützen die Opfer vor weiteren Taten.“

Die Zahl der Durchsuchungen bei Verdachtsfällen in diesem Deliktsfeld ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen: 2018 waren es 19 Durchsuchungen, 2019 bereits 138. Von 224 Durchsuchungen im Jahr 2020 ist die Zahl auf 327 im Jahr 2021 gestiegen. Die Zahlen zeigen, dass der Strafverfolgungsdruck deutlich gestiegen ist. Die neue EK erhöhten diesen Druck weiter.

Unabhängig vom starken Anstieg der Fallzahlen in diesem Bereich hat das KK 12 einen Raum für audiovisuelle Vernehmungen mit Kindern als Opfer eines sexuellen Missbrauchs modernisiert. Die Kriminalpolizei in Dortmund nutzt Videoräume in insgesamt vier Kommissariaten. Der neue Raum des KK 12 berücksichtigt die Bedürfnisse von Kindern besser als zuvor, um sie nach schweren Straftaten möglichst wenig zu belasten.

Schutz der Opfer ist wichtig

„Dieser neue Raum spiegelt die Erfahrung, das hohe Engagement und die professionelle Sensibilität unseres KK 12 im Umgang mit Kindern nach einem sexuellen Missbrauch wider. Darin zeigt sich auch, wie wichtig uns der Opferschutz ist“, erklärt dazu Polizeipräsident Gregor Lange.

Ein weiterer Vorteil: Erziehungsberechtigte und auch Rechtsanwältinnen und -anwälte können das Gespräch mit einem Kind im benachbarten Videoraum verfolgen. Von dort auf können Fragen oder andere für das Gespräch zwischen Opfer und einer Kriminalbeamtin oder einem -beamten auf einen in einen Tisch eingelassenen Monitor übertragen werden.

Videokameras und ein Mikrofon dominieren die Raum-Atmosphäre nicht und lenken somit nicht vom Gespräch ab. Erster Kriminalhauptkommissar Thomas Meyer zum Vorteil: „Wir konzentrieren uns auf das Gespräch mit dem Kind und nicht auf die Technik. Wer mit einem Kind spricht, muss das Gespräch für die Protokollierung von Fragen und Antworten nicht unterbrechen. Das muss uns helfen, besonders belastende Situationen zu vermeiden.“

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