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Ermittlungsergebnisse der EK Strobel und Ausrichtung für die erneute Spielbegegnung Borussia Dortmund gegen RB Leipzig!

Fußballfeld BVB Leipzig
Ermittlungsergebnisse der EK Strobel und Ausrichtung für die erneute Spielbegegnung Borussia Dortmund gegen RB Leipzig!
Die Dortmunder Polizei ist gestern (Dienstag, 10. Oktober) mit den Behördenspitzen und weiteren Vertretern des Amtsgerichtes Dortmund, der Staatsanwaltschaft Dortmund, dem BVB und der Stadt Dortmund in der "Allianz für ein friedliches Fußballerlebnis" zusammengekommen
PP Dortmund

Thema der Allianz, die sich auf die Fahne geschrieben hat, Spielzüge die abseits des Spielfeldes stattfinden zu kontrollieren und für ein Mehr an Sicherheit zu sorgen, war unter anderem ein Rückblick auf den 4. Februar 2017.

Im Nachgang zu den gewalttätigen Übergriffen in Dortmund wurde seitens der Dortmunder Polizei am 9. Februar eine Ermittlungskommission, die "EK Strobel" eingerichtet. In intensiver Kleinarbeit haben die Polizeibeamten bis Ende Juli Beweismaterial gesammelt, gesichtet und ausgewertet, Zeugenaussagen aufgenommen und Strafverfahren eingeleitet.

Die Gesamtzahl der Vorgänge die angezeigt, ermittelt und geprüft wurden, lag damals zunächst bei 214. Von diesen 214 Fällen mündeten nach Bewertung durch die Polizei und Staatsanwaltschaft 168 in Strafverfahren. Bei der Personalisierung der Straftäter erwiesen sich die Ermittlungen wie erwartet sehr schwierig. Entgegen der sonstigen Hinweisflaute gingen jedoch dieses Mal verhältnismäßig viele Anrufe und Tipps bei der Polizei ein, unter anderem auch über das eigens eingerichtete Hinweisportal beim BKA.

Der Videobeweis hielt im Vorfeld der neuen Bundesligasaison bei der Polizei schon im Rahmen der Ermittlungskommission Einzug: Teilweise in Dauerschleife wurden Beweisvideos ausgewertet und mit Fotomaterial abgeglichen, um Straftaten erkennen und Personen vereinzeln und identifizieren zu können. In insgesamt 66 Fällen hatte die Polizei Erfolg - die namenlosen Gestalten erhielten Vor- und Nachnamen, die Tatverdächtigen auf Bildern und Videos wurden personalisiert.

Arbeitsergebnisse der EK Strobel

Eine kleine Übersicht zeigt die Arbeit der EK Strobel auf:
- Sichtung von ca. 170 Stunden Videorohmaterial

Dazu gehörten Bilder von Stadionkameras, Polizeibeweissicherungsvideos, TV Sender und soziale Medien:
- 58 Hinweise über das BKA-Hinweisportal
- 4 Auswertungen von Mobiltelefonen und Speichermedien
- 20 Fahndungen die innerhalb der Polizei getätigt wurden
- 1 Öffentlichkeitsfahndung

Diese Fahndung führte innerhalb weniger Stunden (ca. 2 ½) dazu, dass sich der Tatverdächtige selbständig bei der Polizei meldete.Die Bandbreite der Delikte stellt sich wie folgt dar:
- 109 Körperverletzungen / gefährliche Körperverletzungen
- 17 Beleidigungen
- 15 Raubdelikte
- 7 öffentlicher Aufruf zu Straftaten
- 5 Fälle von Landfriedensbruch
- 5 Diebstahlsfälle
- 4 Fälle von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte
- 3 Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz
- 3 Sachbeschädigungen
- 2 Fälle von Bedrohungen

"Die Ergebnisse der Ermittlungskommission "Strobel" können sich sehen lassen. Sie sind wichtig, um deutlich zu machen, dass wir alles unternehmen - von der aufwändigen Videoauswertung bis zur öffentlichen Fahndung mit Personenfotos, um Täter zu identifizieren und strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen", so der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange.
Die Justiz hat in den vorliegenden Fällen bereits 11 Strafbefehle erlassen, von denen 5 rechtskräftig geworden sind. Darüber hinaus wurden 5 Anklagen erhoben. Über eine Anklage ist bereits verhandelt worden. In diesem Fall führte die Verurteilung zu einer hohen Geldstrafe. In den anderen vier Fällen stehen die Hauptverhandlungen noch aus. 3x wegen Beleidigung (800,- / 900,- / 1000,- Euro) 1x wegen gefährlicher Körperverletzung 2000,- Euro 1x wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte 3600,- Euro.

Im Vorfeld der Spielbegegnung am kommenden Samstag (14. Oktober) hat sich die Dortmunder Polizei aufgrund der Erkenntnisse diesmal anders aufgestellt. "Am nächsten Samstag ist unser Konzept darauf ausgerichtet, Fußballfans aus Leipzig und Dortmund davor zu schützen, von Gewalttätern und Kriminellen, die den Titel "Fan" nicht verdienen, belästigt und angegriffen zu werden.

Straftäter werden wir mit allen Mitteln und hohem Aufwand verfolgen", so Gregor Lange. "Ich danke den Menschen, die uns nach der letzten Begegnung Videomaterial zur Verfügung gestellt haben und uns damit helfen, gegen Kriminelle vorzugehen. Ich danke auch dem BVB, der in großem Umfang bundesweite und örtliche Stadionverbote verhängt hat."

Am Spieltag werden deutlich mehr Polizeibeamte in den Einsatz eingebunden sein, mehr als doppelt so viele wie bei der letzten Spielbegegnung der genannten Vereine. Sowohl die Dortmunder Ultras als auch die Gästefans werden von der Polizei im Blick gehalten. Die Polizeiführung wird sehr niederschwellig eingreifen, um möglichst jegliche Aggression im Keim zu ersticken. Im Vorverkauf wurden an RB Leipzig im Vergleich zum Februar anstelle von 8000 Karten nur rund 3500 Karten veräußert. Den RB Leipzig Fans wurden mittels Fanbriefen der Polizei deutliche Verhaltensregeln an die Hand gegeben.

Insgesamt wurden nach Betrachtung jedes Einzelfalles 19 Bereichsbetretungsverbote ausgesprochen. Ausschließlich alle basieren auf Erkenntnissen rund um die Ausschreitungen am 4. Februar!